Bruen, Ken – Jack Taylor und der verlorene Sohn

Zwei Sterne - Haut nicht vom Hocker, tut aber auch nicht weh.

  • Autor: Ken Bruen
  • Titel: Jack Taylor und der verlorene Sohn
  • Genre: Krimi
  • Verlag: dtv
  • ISBN: 978-3-423-21519-0

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Kurzbeschreibung/Klappentext:

En grausiger Fund versetzt ganz Irland in Schrecken: In einem Beichtstuhl wird der abgetrennte Kopf eines Priesters gefunden. Jack Taylor soll die Ermittlungen aufnehmen. Und plötzlich taucht auch noch der Sohn auf, den Jack nie hatte …

Kurzrezension/Fazit:

Ein interessantes Buch über die Alltagsprobleme eines trockenen Alkoholikers. Leider nicht wirklich ein Krimi.

Rezension:

Jack Taylor, ehemaliger Polizist, wird aus einer Nervenklinik entlassen. Eine Ex-Kollegin hilft ihm die ersten Schritte der neu gewonnenen Freiheit zu überstehen und besorgt ihm eine Wohnung. Eine überraschende Erbschaft bringt ihn auf die Idee, seine Brötchen als Privatermittler zu verdienen. Schließlich wurde er auch schon von einem Priester um Unterstützung gebeten, der sich durch den bekannten Mordfall bedroht fühlt.

Jack ist trockener Alkoholiker. Seine Strategie in Krisenzeiten ist, sich in Kneipen etwas zu trinken zu bestellen und das Getränk nicht anzufassen. Doch, auch ohne zu trinken, bestimmt der Gedanke an Alkohol sein Leben und auch den Roman. Der wichtigste Kampf in der Erzählung heißt „Jack gegen Alk“. Die Kriminalfälle treten dabei in den Hintergrund und lösen sich praktisch von selbst.

Der Autor lässt also den Leser spüren, wie heftig das Leben eines Süchtigen durch die Droge beeinflusst wird. Man lernt am praktischen Beispiel, dass „trocken sein“ nicht „außer Gefahr“ bedeutet. Schade ist, dass dabei der Krimi auch für den Leser verdrängt wird. Falls man von Spannung reden mag, ist die die Frage eher: „Schafft er es trocken zu bleiben oder nicht?“

So mutiert das, was als eher klischeehafter Krimi beginnt, zur Lebensgeschichte eines Alkoholikers, der gerne mit dem Feuer spielt. Es bleibt eine Geschichte mit tiefgründigen Momenten. Dies als Krimi zu bewerten fällt dann leider unter „Thema verfehlt“.

Mein persönliches „Highlight“:

Im Anhang wurde eine Anmerkung des Übersetzers abgedruckt. Dieser beschwert sich über eine Kritik, die ihn offensichtlich getroffen hat. Dass man diesen unprofessionellen Text auch noch im Buch druckt, verwirrt mich dann doch sehr.

 

 

 


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